Lehrerworkshop
Der Mittwochnachmittag gehörte auf Schloss Waldegg an Theaterpädagogik interessierten oder schon begeisterten Lehrpersonen aus dem ganzen Kanton. Zwei Ateliers standen zur Auswahl -und im Anschluss war genügend Zeit für einen Austausch der Erfahrungen.
Leitung: Hansueli Trüb (Schattentheater) und Murielle Jenny (Theatrales Lernen)
Während Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag vor allem die Schülerinnen und Schüler im Fokus des Geschehens standen, durften am Mittwochnachmittag die Lehrer auf Schloss Waldegg in die Theaterwelt eintauchen. Nach einer kurzen Info durch den STW-Leiter Ralf Harder, was die Schultheaterwoche genau ist und wie man sich beteiligen kann, durften sich die angemeldeten Lehrpersonen entscheiden: «Theatrales Lernen» oder «Schattentheater».
In zwei Räumen geht es dann los. Hansueli Trüb stellt seiner Gruppe verschiedene Formen des Schattentheaters vor, legt den Fokus aber rasch auf das Schattenspiel mit Figuren: «Seit meiner Kindheit wusste ich, dass ich Figurenspieler werden will. Nun mache ich es seit über 45 Jahren.» Doch bevor es an die kreative Umsetzung geht, erklärt er, wie wichtig die Lichtquelle und Projektionsfläche seien. Lampen werden getestet und er erzählt, wie der Schatten auf uns Menschen wirkt: «Ein Baby nimmt ihn nicht wahr. Mit der Zeit wird der Schatten entdeckt, aber es ist noch nicht klar, dass er ein Teil von uns ist. Irgendwann beginnt das Kind mit dem Schatten zu spielen – und plötzlich ist er so mit uns verschmolzen, dass wir ihn fast wieder vergessen.» Danach zeigt er ein paar Beispiel von Figuren, Material wird getestet, Werkzeug erklärt, es wird skizziert, geschnitten, geklebt, probiert. Aus Draht werden Gelenke und Stäbe. Es entstehen Figuren, ein Chamäleon, eine Qualle und andere Lebewesen. Und während die selbst hergestellten Figuren zum Leben erweckt werden, erklingt von unten ein Gelächter und komische Geräusche.
Muriell Jenny arbeitet als Theaterpädagogin an der PH in Solothurn. Sie erklärt ihrer Gruppe, wie der Schulstoff nicht nur in der Theorie, sondern auch auf theatralische Art und Weise vermittelt werden kann. Für diesen Workshop nimmt sie das Thema Weltall, respektive Planeten als Vorlage. Mit 15 einminütigen Spielen wärmen sich die Teilnehmenden auf. Dann wird es komplexer. Über eine teambildende Übung geht es weiter zur «Composition Work» - und da wird deutlich, wie rasch aus einer Idee ein kurzes Theaterstück werden kann, welches sogar noch Wissen vermittelt. Es entstehen Diskussionen, wie streng die Vorlagen sein sollen, wie viel Freiraum man den Teilnehmenden lassen soll und welche Rolle als Lehrperson eingenommen werden soll.
Als Abschluss tauschen sich die beiden Gruppe bei einem Apero aus. Eine Teilnehmerin fasst zusammen: «Es war spannend zu merken, dass Theater viel mehr als nur ein Stück auf einer Bühne aufführen ist.»
Text: Lucilia Mendes von Däniken, Redaktion (Text)
Fotos: Lidia Paciulli, Redaktion (Social Media)